Der ghanaische "Lifestyle"

Nach fast 4 Monaten in Ghana möchte ich versuchen meine Alltagseindrücke zusammen zu fassen. Natürlich kenne ich mich nach der kurzen Zeit nicht vollständig mit den ghanaischen Gewohnheiten und dem „Alltag“ aus, trotzdem möchte ich meine (subjektiven) Erfahrungen mit euch teilen.

 

Zuallererst sind die Ghanaer echte Frühaufsteher. Es ist für sie völlig normal um 4.30 Uhr aufzustehen, um den Tag zu beginnen. 4.30 Uhr ist sogar schon spät!

 

Dann wird oft erst mal geputzt, gewaschen, gekocht… Danach geht es zur Arbeit.

 

Für mich ist 6:30 Uhr immer schon sehr früh! Und ich möchte nur sehr ungern so früh waschen. Ich finde das Waschen ist echte Knochenarbeit: Es geht unheimlich auf den Rücken und in die Arme, man schrubbt sich die Finger blutig und letztendlich wird die Wäsche bei mir nicht richtig sauber. Da haben mir Ghanaer*innen einiges voraus.

 

Ein Freundin der Handwäsche bin ich hier definitiv nicht geworden – stattdessen weiß ich jetzt eine Waschmaschine echt zu schätzen!

 

Kochen ist hier sehr oft noch die Aufgabe der Hausfrau und Mutter. Oft wird draußen auf einem kleinen Feuer gekocht. Wenn im Haus ein Herd vorhanden ist, dann ein mit Gas betriebener. Ein Elektroherd wäre total unsinnig bei den vielen und langanhaltenden Stromausfällen in diesem Land. Sehr oft kauft man sich das Essen aber auch an der Straße an kleinen Ständen. Egal wie groß die Portionen sind, das Essen ist sehr billig. Für etwa zwei Euro bekommt man eine Riesenportion!

 

boiled Yam with red sauce
boiled Yam with red sauce

Ich persönlich finde das ghanaische Essen sehr lecker. Es gibt viel Reis, aber auch Yam (das ist eine Wurzel, ähnlich wie Kartoffeln). Typisch ghanaisch ist: Fufu, Banku und Kenkey. Das sind drei, ja man könnte sagen, Kloß-Brei-Arten. Reis, Yam und Kenke isst man mit sehr fettigen und scharfen Soßen, Fufu und Banku mit sehr fettigen und scharfen Suppen. Oft wird dazu Fleisch oder Fisch serviert. Für mich als Vegetarier ist die Alternative Ei. Oft gibt es auch Bohnen mit fritierten Kochbananen (Red Red). Gegessen wird traditionell mit der rechten Hand.

 

Das Essen ist lecker, doch sehr kohlenhydrate- und fettlastig. Gemüse gibt es fast nie. Obst kann man sich einfach auf der Straße kaufen.

 

eine Essenssituation
eine Essenssituation

Milchprodukte sind tatsächlich unheimliche Luxusgüter! Ghanaer trinken wenn dann Milchpulver, welches in Wasser aufgelöst wurde. Milchprodukte sind einfach unheimlich teuer, genauso wie alle anderen nicht traditionell ghanaischen Sachen. Wenn etwas importiert werden muss, steigt der Preis!

 

Hygiene versuchen die Ghanaer sehr gewissenhaft zu bewahren. Doch ich muss gestehen: sie versuchen es halt eher, als dass es ihnen gelingt.

 

Insgesamt sind die Ghanaer sehr entspannt und gelassen. Nach dem Motto „wenn nicht heut, dann morgen“ leben viele in den Tag hinein. Aus deutscher Sicht sind viele hier sehr unproduktiv, doch ich muss sagen, dieses relaxte ist auch bewundernswert. Wenn sie ein Dach über dem Kopf und genug zu essen haben, sind sie glücklich und zufrieden.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0