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Zukunftschancen

Da ich im Sommer 2016 mein Abitur gemacht habe und jetzt wieder nach 6 Monaten Freiwilligenarbeit in Ghana zurück in Deutschland bin, beschäftige ich mich viel mit der Frage: Was möchte ich in meiner Zukunft machen? Was möchte ich von meinem Leben? Und wie möchte ich leben?

Diese vielen Fragen können eine enorme Last darstellen.

Ich habe so viele Möglichkeiten, ich könnte so vieles tun. Wie weiß ich, dass ich mich für das Richtige entscheide und nicht den komplett falschen Weg einschlage? Bei solchen Gedankenspielen stellt man sich schnell die Frage: Warum muss das alles so kompliziert sein?

 

Doch einen vorgezeichneten Weg zu haben, den man gehen soll oder sogar muss, ist das so entlastend?

Viel Auswahl zu haben, ist in der Entscheidungsminute schrecklich, doch keine Auswahl zu haben und das annehmen zu müssen, was man bekommt, ist noch viel schrecklicher.

Wir sind Frau über unser Leben und können Entscheidungen treffen, welchen Weg wir einschlagen wollen.

Natürlich stellt sich diese Freiheit auch als schwierig heraus, doch wir sollten froh über all diese Möglichkeiten sein!

Mir stehen nun mit meinen 19 Jahren und einem deutschen Abitur fast alle Türen offen. Das ist ein Privileg!

 

19jährigen in Ghana zum Beispiel steht die Welt nicht so offen.

Größtenteils können nur Kinder aus guten Verhältnissen studieren oder eine gute Ausbildung bekommen.

Die Geld regiert die Welt, ohne Geld wird man in Ghana nichts und man geht unter.

Doch dieses "etwas werden" und "eigenen Erfolg haben" ist  oftmals auch gar nicht vorgesehen. Vor allem nicht für Frauen. Sie sollen einen Mann heiraten, viele gesunde Kinder gebären und vielleicht noch mit einem Marktstand das Familienkonto ein wenig aufbessern. Doch das war's dann auch...

 

Natürlich gibt's auch in Deutschland noch solche Strukturen, und natürlich gibt's auch hier bei uns keine vollkommene Chancengleichheit, doch es gibt die Möglichkeiten. Diese kann man in vielen Ländern leider nicht einmal finden.


Ich erwische mich immer wieder dabei, Dinge zu verteufeln, weil sie mich in dem Moment belasten. Doch wenn ich weiter darüber nachdenke, bemerke ich, was ich für ein Glück habe über diese Dinge grübeln zu können. Menschen in Deutschland neigen sehr dazu zu Meckern, wir sind schnell unzufrieden, obwohl wir sehr zufrieden sein sollten und könnten.

Man muss sich nur klarmachen, wieviel weniger andere haben, um mit einer positiveren Einstellung an Sachen heranzutreten.

 

Ich versuche, mir in Zukunft freudiger den Kopf zu zerbrechen und später Dinge zu verteufeln und zu meckern.

#thinkpositive

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